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Impulsletter
Kinder sollten Kind sein dürfen
Liebe Eltern
 
Ich hoffe Sie haben mit Ihrer Familie eine schöne Sommerzeit genossen. Da Sie schon mal an einem meiner Elternbildungsangebote teilgenommen oder sich dafür interessiert haben, erlaube ich mir, Ihnen meinen neuen Impulsletter präsent sein zuzusenden. Darin schreibe ich monatlich einen Artikel zu einem Thema rund ums Kind. Ich würde mich sehr freuen, Ihnen mit meinen Anregungen ab und zu einen positiven Impuls für Ihren Familienalltag geben zu können. Zudem halte ich Sie auf diesem Weg über neue Bildungsangebote auf dem Laufenden. Sollten Sie kein Interesse daran haben, können Sie sich am Ende des Impulsletters wieder abmelden.
 
Heute starte ich mit ein paar praktischen Tipps zum Thema Kinder sollten Kind sein dürfen. Als Eltern sollte man sich dabei grundsätzlich immer wieder vor Augen führen, dass Kinder eben Kinder und keine kleinen Erwachsenen sind.
 
Dies bedeutet,
 
1. ...dass Kinder in erster Linie Zeit zum freien Spielen und für Bewegung im Freien brauchen, auch mit anderen Kindern.
 
Impulse für den Alltag:
  • Für kleine Kinder heisst Spielen meistens, neben Mama oder Papa zu arbeiten. Am liebsten spielen sie „Nachahmen“, d.h. sie wollen etwas Ähnliches machen wie das, was die Eltern gerade tun.
  • Werden ab einem Alter von zwei bis drei Jahren Spielsachen interessant, empfehle ich das Motto: „Weniger ist mehr“, denn bei zu viel Spielzeug findet das Kind nicht in ein konzentriertes Spiel. Spielsachen, für eine Weile zur Seite geräumt, geben bei erneutem Hervorholen oft wieder einen neuen Spielimpuls. 
  • Ist man mit kleinen Kindern draussen unterwegs, sollte unbedingt ausreichend Zeit eingeplant werden, denn sie wollen alles erkunden: Pfützen, Steine, Schnecken, Bagger... Darf die Kleidung dabei auch „schmutzig“ werden, lässt sich das kindliche Treiben entspannt geniessen.
 
2. ...dass Kinder nicht dauernd denken, sondern häufig träumen. Kinder leben dabei noch völlig im Moment. Dazu brauchen sie Erwachsene mit weniger Eile und Hektik.
 
Impulse für den Alltag:
  • Egal was mit Kindern unternommen wird bzw. was Sie erledigen wollen: soweit möglich immer genügend Zeit einplanen! Dies fällt auch einfacher, wenn man an einem Tag nicht von einem Termin zum nächsten eilen muss, sondern sich möglichst oft auf den Rhythmus der Kinder einlassen kann.
  • Vieles wird grundsätzlich leichter, wenn die Tage eine Struktur und Rituale haben. Ein solches Ritual stellt bei uns z.B. die Mittagsruhe dar. Dies bedeutet, dass unser Sohn sich nach dem Mittagessen für eine gewisse Zeit in seinem Zimmer alleine beschäftigen muss. Damit jüngere Kinder dabei die Dauer der Mittagsruhe selber sehen können, eignet sich sehr gut ein vielseitig einsetzbarer „Time Timer“ (https://time-timer.ch/).
  • Da Kinder noch völlig im Moment leben ist es hilfreich, wenn neue Programmpunkte frühzeitig und wiederholt angekündigt werden.
 
3. ...dass Kinder die Welt mit anderen Augen sehen und das Leben mehr über Spiel und Fantasie wahrnehmen. Gelingt es, mit dem Kind insbesondere in Konfliktsituationen spielerisch, humor- und fantasievoll umzugehen, so kann man viele Machtkämpfe vermeiden.
 
Impulse für den Alltag:
  • Für das Zähneputzen wurde die Zahnbürste in meiner Hand plötzlich lebendig und begann witzig mit meinem Sohn zu sprechen.
  • Wenn beim Anziehen getrödelt wurde und ich auf einmal sagte: „Achtung, fertig, los...Wer ist schneller angezogen?“ ging die Post ab. Das Anziehen gestaltete sich auch einfacher, wenn ich die Situation in eine lustige Geschichte verpackte, indem ich z.B. einen Roboter spielte, der ihn ungeschickt und falsch anzog (Unterhosen über Kopf...).
  • Beim Aufräumen sollten Kleinkinder grundsätzlich noch unterstützt werden, da sie alleine noch überfordert wären. Also nicht einfach sagen: „Du musst jetzt aufräumen!“, sondern z.B. „Jetzt fahren wir mal alle Autos in die Garage“ ...oder... „Die Tiere sind ja alle noch draussen. Komm, wir bringen sie in ihren Stall, damit sie heute Nacht gut schlafen können".
 
4. ...dass Kinder als eigenständige Wesen neben klaren Strukturen und Grenzen auch Freiraum brauchen. Wir sollten den Kindern also etwas zutrauen, ihnen vertrauen und sie möglichst viel selber machen und mithelfen lassen.
 
Impulse für den Alltag:
  • Kleinkinder wollen oft überall begeistert mithelfen: Staubsaugen, Eier in Kuchenteig schlagen, Mehl abfüllen, Gewürze hineinrieseln lassen, im Topf rühren, Wäsche aufhängen, Schraube herausdrehen oder Blumen giessen. Werden die Kinder dabei ruhig und mit Umsicht einbezogen, sind sie hoch kooperativ. Sie geniessen die Erfahrung, dass sie für die Erwachsenen hilfreich sind.
  • Kinder sind grundsätzlich bereit mitzuhelfen. Sehr oft nehmen wir jedoch all die Dinge, die schon gut klappen, gar nicht mehr wahr, da sie für uns selbstverständlich geworden sind. Versuchen Sie doch wieder mal, die Kinder in dem wertzuschätzen, was sie schon alles gut machen. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit wird zudem gefördert, wenn ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen besteht, die Kinder also nicht nur „müssen“, sondern auch „dürfen“. Überlegen Sie sich deshalb beim nächsten Mal, bevor Sie „Nein!“ sagen, ob es nicht doch auch mit einem „Ja, du darfst!“ ginge?
 
Gelingt es im Alltag, die erwähnten Punkte im Hinterkopf zu behalten und den Kindern immer mal wieder zuzugestehen, entlastet dies auch uns als Eltern!
Ausblick

Möchten Sie gerne noch mehr darüber erfahren, was Kinder in den ersten sechs Lebensjahren für eine gesunde Entwicklung brauchen? Dann empfehle ich Ihnen das spannende und praxisorientierte Referat: Die prägenden ersten Lebensjahre! vom 1. Oktober 2019. Hier finden Sie alle notwendigen Informationen dazu.
 
Selbstverständlich dürfen Sie diesen Artikel an interessierte Eltern aus Ihrem Bekanntenkreis weiterleiten. Diese können sich auch per Mail oder mit dem Formular auf meiner Website für den Impulsletter anmelden.
 
Im nächsten Monat steht das Thema Vorlesen im Fokus. Lesen Sie dann, warum Vorlesen Kinder nicht nur glücklich, sondern auch klug macht...
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Manuel Winteler
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